Die positive Entwicklung der Baukonjunktur kann leicht zu einem falschen Bild führen. So steht die Bauwirtschaft in Summe zwar recht gut da, doch im Detail gestaltet sich die Situation anders: Alleine in der Hauptstadtregion bleiben der Wohnungsbau und der öffentliche Hochbau zwar der Motor der Branche. Doch im gleichen Zug sind der Straßenbau und Wirtschaftsbau immer noch das Sorgenkind der Bauwirtschaft.
Die Baukonjuktur brummt und der Bauwirtschaft geht es richtig gut, könnte man meinen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Das Branchenbild stellt sich wesentlich differenzierter dar. Alleine in der Region Berlin und Brandenburg erwirtschaftete die Bauwirtschaft zwar in den ersten drei Quartalen diesen Jahres mit 4,9 Milliarden Euro ein Plus von 2,7 Prozent beim Umsatz und mit 3,1 Milliarden Euro auch ein Plus von 5,0 Prozent bei den Auftragseingängen. Doch dieses Ergebnis täuscht leicht über die tatsächliche Situation. “Die Zahlen sind kein Spiegelbild für die gesamte Bauwirtschaft in der Region. Es gibt Sparten, die sich rückläufig entwickeln”, warnt Axel Wunschel, Hauptgeschäftsführer des Baundesindustrieverbandes Berlin-Brandenburg.
Deutliche Zuwächse in den beiden Hochbausparten
So sind der Wohnungsbau und der öffentliche Hochbau immer noch der Motor der Baukonjunktur. Mit einem Umsatz von 2,03 Milliarden Euro in den ersten drei Quartalen liegt der Umsatz im Wohnungsbau um 11,8 Prozent über dem Vorjahr. Auch der baugewerbliche Umsatz im öffentlichen Hochbau stieg um 4,4 Prozent auf 282 Millionen Euro. Dabei kletterte der Auftragseingang sogar um beachtliche 32,7 Prozent auf 211 Millionen Euro und lag damit prozentual deutlich höher als der Wohnungsbau. Dieser stieg jedoch ebenfalls recht beeindruckend um 9,8 Prozent auf 882 Millionen Euro.
Vom positiven Ergebnis nicht blenden lassen!
“Die Lage am Bau ist sehr differenziert. Während der Hochabu aufatmen kann, ist die Stimmung im Straßen- und Wirtschaftsbau bedrückend”, erläutert Wunschel. Vor allem der Straßenbau ist das wahres Sorgenkind der regionalen Bauwirtschaft. Schließlich liegt der Umsatz der ersten drei Quartale diesen Jahres mit 529 Millionen Euro um 5,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch die geleisteten Arbeitsstunden gingen um 500 Millionen Stunden zurück. Damit musste der Straßenbau einen Rückgang um 9,0 Prozent hinnehmen. Und auch der Wirtschafsbau schloss die ersten drei Quartale des Jahres 2,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau mit einem Umsatz von 1,7 Milliarden Euro. Auch der Auftragseingang ging um 5,7 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zurück.

















