Ziegelindustrie zieht Bilanz - Ziegel für bezahlbaren Wohnraum

News , 22.11.2019 , Frank Kessler Ziegelindustrie zieht Bilanz - Ziegel für bezahlbaren Wohnraum
Foto: Roland Riethmüller

Für das erste Halbjahr 2019 zieht die Ziegelindustrie eine leicht optimistische Bilanz. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes wuchs die Produktion von Ziegel im ersten Halbjahr, allerdings nicht in jedem Bereich. Die Dachziegelproduktion war leicht rückläufig. Trotzdem sind Ziegelsteine immer noch ein attraktiver Baustoff, der besonders für den bezahlbaren Wohnungsbau notwendig ist.

Die Bilanz für die Ziegelproduktion ist positiv. Das ergaben die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Demnach wuchs die Produktion im Bereich Wand um 2,6 Prozent. Mit 2,8 Millionen Kubikmetern lag der Bereich Mauerziegel über den Vorjahreswerten. Ein besonderer Anstieg wurde im Bereich Fassadenprodukte festgestellt. Hier betrug der deutliche Anstieg 5,2 Prozent. Einen minimalen Rückgang gab es jedoch im Bereich der Dachziegel. Hier war ein Minus von 0,7 Prozent zu verzeichnen. "Die Zahlen zeigen, dass die Ziegelindustrie ihre Position als bedeutender Akteur bei der Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum behaupten kann", kommentiert Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie, die Halbjahreszahlen.

Ziegelsteine sind ein wirtschaftlicher Baustoff

Ziegelsteine sind einfach in der Verarbeitung und Planung. Damit sind sie auf den Baustellen der favorisierte Baustoff schlechthin. Aufgrund der Wirtschaftlichkeit leistet er einen wichtigen Anteil im bezahlbaren Wohnungsbau. Nach einer Studie der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE Kiel) lassen sich im mehrgeschossigen Wohnungsbau damit Einsparungen von bis zu 17 Prozent realisieren. Grund zur Sorge gibt allerdings, dass die Zahl der Baugenehmigungen rückläufig ist. Pro Jahr sollen 400.000 neue Wohnungen entstehen. Es reiche aber nicht aus, wenn nur die Wirtschaft ihr Engagement erhöht. Damit dieses Ziel erreicht werden könne, müssten Überregulierungen und Investitionshemmnisse abgebaut werden. Im Dachausbau steckt ein großes Potenzial. Eine Studie der TU Darmstadt hat ergeben, dass auf deutschen Dächern rund 1,5 Millionen neue Wohnungen entstehen könnten. Die strengen Regelungen hemmen jedoch die Bereitschaft zur Investition.

Ziegel - Impulsgeber für das Klimaziel

Zum Erreichen des Klimaziels leisten Ziegel einen wichtigen Beitrag. Nur durch eine Erhöhung der Dachsanierungsquote von derzeit 1,3 auf zwei Prozent könnten 94 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Laut Studien des Forschungsinstituts für Wärmeschutz (FIW) sind in Deutschland rund zehn Millionen Dächer nur schlecht oder überhaupt nicht gedämmt. Hier müsste dringend gehandelt werden. Das Klimapaket der Bundesregierung setzt mit seiner verbesserten Förderung die richtigen Akzente. Es liegt nun an den Bundesländern, eine unbürokratische Sanierungsförderung zu realisieren.