Neues Testprojekt fördert Umdenken im Straßenbau

News , 04.11.2019 , Frank Kessler Neues Testprojekt fördert Umdenken im Straßenbau
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Den Straßenbau zu reformieren, ist das erklärte Ziel der Projektpartner im Verbundprojekt “Straße der Zukunft”. Dieses wurde kürzlich in Ludwigsburg und Erlangen in der Testphase gestartet. Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sollen Stadtplanungsprozesse optimiert und nach neuen Lösungen gesucht werden. Denn damit soll die Straße von morgen energieeffizient und ressourcenschonender werden.

Viele Straßen in Deutschland sind alt und nicht mehr für die Zukunft gerüstet. Der Asphalt bröckelt, die Oberfläche hat Risse und manchmal sieht die Straße aus wie ein Flickenteppich. Doch zur Erneuerung zählt nicht nur die Asphaltdecke. Bisher hat die Straße die Vorherrschaft des Autos symbolisiert. Doch die Rolle der Straße sollte vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit neu überdacht werden. Jetzt ist der richtige Augenblick dafür gekommen.

Straßenbau der Zukunft

Die typische Straße war bisher eine glatte graue Piste, auf der die Autos von einem Ziel zum anderen fuhren. In Zukunft soll sich das jedoch ändern. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB erforschen deshalb zusammen mit Partnern die Nutzungsmöglichkeiten der Straße in der Zukunft.

Ludwigsburg und Erlangen als Vorreiter für andere Kommunen

Ein Beispiel wäre die Speicherung von Oberflächenwasser bei Starkregen oder das Erproben von neuen Logistiklösungen. Zurzeit wird untersucht, wie das Wasser gespeichert werden kann. Eine Lösung könnte auch sein, die Grünanlagen damit zu bewässern oder Kanäle zu spülen. Dabei wird verstärkt auf die Digitalisierung gesetzt. Ludwigsburg und Erlangen sollen die Vorreiter für nachhaltige Straßenflächen sein. Sie sind die Reallabore im Echtbetrieb. Nur so lässt sich testen, welche Herausforderungen sich aus dieser neuen Perspektive ergeben. Diese Musterstraßen sollen dann als Basis dienen, damit andere Kommunen dieses Konzept übernehmen könnten.

Schaffung von nachhaltigen Straßenflächen

Die Stadtentwicklungsprojekte bekommen so konkrete Werkzeuge und Empfehlungen in die Hand, die bei der politischen Überzeugungsarbeit helfen könnten. Somit entsteht gleichzeitig ein Instrument für die Umsetzung zur Schaffung von nachhaltigen Straßenflächen. Koordiniert wird das Projekt “Straßenbau der Zukunft” von den zwei Fraunhofer-Instituten und dem Beratungs-, Planungs- und Projektmanagementunternehmen Drees & Sommer. Die Wissenschaftler führen regelmäßig Workshops durch. So können die Expertisen der Projektpartner gebündelt und an der entscheidenden Stelle eingebracht werden. In Zukunft ist die Straße mehr als nur eine Straße, auf der sich die Fahrzeuge von A nach B bewegen.