Neues BIM-Kompetenzzentrum fördert Digitalisierung am Bau

News , 04.07.2019 , Frank Kessler Neues BIM-Kompetenzzentrum fördert Digitalisierung am Bau
Foto: Roland Riethmüller

Die Öffentliche Hand ist der größte Bauherr in Deutschland. Dass die Digitalisierung auch am Bau deutlich gesteigert werden muss, hat mittlerweile auch die Politik erkannt. Mit einem neuen Kompetenzzentrum für BIM will man nun den Anschluss halten und gleichzeitig in eigenem Interesse auch die Effizienz steigern. Denn zur Erhöhung der Bauqualität sollen mit einem BIM-Portal alle relevanten Daten zentral gehalten werden.

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) haben gemeinsam das neue BIM-Kompetenzzentrum ins Leben gerufen. Beide Ministerien werden das Kompetenzzentrum gemeinsam betreiben, um die Digitalisierung im Bauwesen zu beschleunigen. Denn dies ist auch dringend nötig. "Die Zukunft gehört dem digitalen Bauwesen - modellbasiert, kooperativ und effizient in allen Leistungsphasen", erklärt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Weiterhin betonte er, dass die Einrichtung des Kompetenzzentrums ein wichtiger Meilenstein in Richtung digitales Bauen und eine wichtige Voraussetzung zur Umsetzung von Bauprojekten sei. "Zudem bietet die Methode ,Building Information Modelling' die Möglichkeit, neue Technologien, wie z. B. Künstliche Intelligenz, Robotik und 3D-Druck, künftig effektiv zu integrieren", so Scheuer.

Notwendigkeit zur Digitalisierung am Bau

"Die Digitalisierung verändert alle Branchen - das gilt auch für das Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden”, bestätigt Bundesinnenminister Horst Seehofer. “Durch digitale Methoden werden Projekte effizienter, schneller und günstiger. Davon wird die Baubranche profitieren - zuletzt aber auch all diejenigen, die die Gebäude benutzen.” Das Nationale BIM-Kompetenzzentrum möchte alle Beteiligten vernetzen und Erfahrungen entsprechend teilen. Für die Planung und den Betrieb ist die planen-bauen 4.0 GmbH zuständig.

Digitales Bauen mit BIM

Durch die digitale Planungsmethode BIM ist eine bessere Kontrolle der Kosten, Qualität und Termine möglich. Außerdem wird eine interdisziplinäre Zusammenarbeit dadurch in allen Phasen sichergestellt. Das Kompetenzzentrum wird alle Bereiche des Planens, Bauens und Nutzens von Bauwerken im Hoch- und Infrastrukturbau abdecken. Gleichzeitig ist es eine zentrale Anlaufstelle für wichtige BIM-Informationen. Dabei unterstützt es den Bund bei umfangreichen Aufgaben, wie der Qualitätssicherung und Koordination aller BIM-Aktivitäten. Ebenso soll die Entwicklung und Umsetzung einer einheitlichen open-BIM-Strategie realisiert werden. Außerdem können auch Aus- und Fortbildungskonzepte aufgestellt werden. Ebenfalls möglich ist die Einrichtung und inhaltliche Pflege eines BIM-Portals mit Datenbank, Prüfwerkzeugen und BIM-Objekten. Mit diesem Kompetenzzentrum soll das digitale Zeitalter auch am Bau eingeläutet werden. Denn durch ein gut funktionierendes BIM können optimale Lösungen für alle Bauvorhaben schnell gefunden werden. Das würde zusätzlich auch die Bauqualität steigern. Aktuell sind noch viele Systemvarianten nicht genutzt, was zu einer Verschlechterung der Bauqualität führt. Doch mit dem BIM-Kompetenzzentrum verliert man nicht den Anschluss.