Motive für Jobwechsel - Bessere Mitarbeiterbindung am Bau

News , 21.10.2019 , Frank Kessler Motive für Jobwechsel - Bessere Mitarbeiterbindung am Bau
Foto: Roland Riethmüller

Der Fachkräftemangel am Bau belastet nach wie vor die Bauwirtschaft. Daher ist es um so wichtiger, bestehende Fachkräfte ans Unternehmen zu binden. Eine aktuelle Studie zur Arbeitszufriedenheit und Weiterbildung hat nun die Gründe für einen Jobwechsel näher untersucht und dabei ein erstaunliches Stimmungsbild aufgezeigt. Denn Fakt ist, dass die Mitarbeiterbindung essentiell ist, weil zufriedene Angestellte seltener wechseln.

Aktuell gehört zu den größten Herausforderungen der Bauwirtschaft der Aufbau von Fachkräften. Diese knappen personellen Ressourcen können nicht nur aus dem Ausland sondern auch von Mitbewerbern rekrutiert werden. Im sogenannten “war for talents”, also dem Kampf um Fachkräfte, ist die Mitarbeiterbindung die schärfste Waffe. Doch warum wechseln Fachkräfte überhaupt? Die Personalberatung AVANTGARDE Experts hat dazu rund 1.000 Angestellte aus den unterschiedlichsten Branchen in Bezug auf ihre Jobzufriedenheit und ihre Ambitionen zum Jobwechsel befragt. Im Fokus stand aber auch die Karriere und die Weiterbildungsmöglichkeiten im Beruf, immer im Kontext auf das digitale Arbeitsumfeld. Herausgekommen ist dabei ein erstaunliches Stimmungsbild. An erster Stelle für einen Jobwechsel nannten die Befragten das Gehalt als wichtiger Faktor, gefolgt von den Weiterbildungsmöglichkeiten und der Digitalisierung. Noch eine Überraschung kam zutage: Die Deutschen fühlen sich im Job unterfordert.

Wer zufrieden ist, wechselt seltener

Die Deutschen sind zufrieden mit ihrem Arbeitsumfeld. Obwohl sich der Index zum Vorjahr kaum verändert hat, fällt der Wert in aktuellen Jahr 2019 mit einem Arbeitszufriedenheitsindex von 7,22 äußerst positiv aus. Doch im Jahr zuvor wollen deutlich mehr Angestellte eine neue Stelle antreten. Rund 35 Prozent der Studienteilnehmer wollen in den nächsten sechs Monaten den Job wechseln. Die Studie zeigt, dass unzufriedene Arbeitnehmer eher zu einem Wechsel bereit sind, als zufriedene. Jüngere Menschen sind ebenfalls eher zu einem Arbeitsplatzwechsel bereit als die älteren. Der größte Einfluss auf die Zufriedenheit im Job hat noch immer das Gehalt. Erst danach folgen flexible Arbeitszeiten und das Umfeld am Arbeitsplatz. Ein Studienabschluss hat kaum Auswirkungen auf die Zufriedenheit. Allerdings gaben 81 Prozent der Befragten mit Personalverantwortung an, zufrieden zu sein. Gegenüber den Angestellten ohne Personalverantwortung ist das ein Plus von 68 Prozent.

Klare Trendwende in anderen Bereichen

Eine klare Trendwende gab es in einem anderen Bereich. Seit Jahren steigen die Zahlen für Burnout. Doch 45 Prozent der Befragten fühlen sich unterfordert und sind der Meinung, dass ihr Potential nicht völlig ausgeschöpft wird. Im Gegensatz zum Vorjahr ist das eine klare Trendwende.

Berufliche Weiterbildung dringend benötigt

Über die Hälfte der befragten Studienteilnehmer hält eine Weiterbildung im Beruf für sinnvoll, besonders im Hinblick auf die Digitalisierung. Es sind besonders die jungen Arbeitnehmer, die sich im Hinblick auf die Digitalisierung schlecht vorbereitet fühlen. Fortbildungen in diesem Bereich sind zur Arbeitszufriedenheit besonders gefragt. Doch der digitale Wandel bringt auch erstaunliche Zahlen mit sich. Nur ein Viertel kann sich vorstellen, dass Fachwissen mittels digitaler Inhalte erlernt werden kann. Seminare sind immer noch die beliebteste Form der beruflichen Fortbildung. Am meisten nachgefragt waren im letzten Jahr die Bildungsangebote für Datenschutz und Fachwissen.