Modulare Bauweise - Schlüssel für bezahlbare Wohnungen?

News , 28.10.2019 , Frank Kessler Modulare Bauweise - Schlüssel für bezahlbare Wohnungen?
Foto: Roland Riethmüller

In sogenannten Schwarmregionen beobachtet die Bauwirtschaft eine steigende Nachfrage nach Wohnungen. Gleichzeitig übersteigt jedoch die hohe Nachfrage nach Wohnungen das verfügbare Angebot. Dadurch steigen die Mietpreise weiter an und der Wohnraum wird immer knapper. Laut aktuellen Hochrechnungen müssten jährlich in Deutschland rund 400.000 neue Wohnungen gebaut werden. Das stellt die Branche vor große Herausforderungen. Die modulare Bauweise ist ein Lösungsweg.

Seit zehn Jahren besteht eine wachsende Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen in Schwarmstädten, zu denen auch Großstädte wie Hamburg, Berlin oder München gehören. Da die Nachfrage deutlich über das Angebot an Wohnungen hinausgeht, steigen entsprechend auch die Mietpreise. Weil die Kosten für den Wohnungsbau ebenfalls angestiegen sind, wird es immer schwerer werden, kostengünstig neue Wohnungen zu bauen. Wie kann also dieses Dilemma gelöst werden?

400.000 neue Wohnungen werden gebraucht

Jährlich werden 400.000 neue Wohnungen gebraucht, um den Bedarf an Wohnraum zu decken. Tatsache ist jedoch, dass nicht schnell genug gebaut wird. Serielles oder modulares Bauen kann deshalb die Lösung sein. Auf diese Weise könnten Wohnungen schnell und effizient gebaut werden. Doch welche Rahmenbedingungen müssten dafür erfüllt werden und was ist für eine erfolgreiche Umsetzung nötig? Vom 18. bis 21. Februar 2020 findet in Berlin die bautec statt, die Lösungen zu diesem Motto präsentiert.

Politik, Verbände und Industrie unterstützen das serielle und modulare Bauen

Auch Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) sieht das große Potential der seriellen oder modularen Bauweise. Deshalb sei es ein erklärtes Ziel, gemeinsam diese Technologie für modernes Bauen zu nutzen. Diese Gemeinschaft am Bau fordert auch Dieter Babiel, der Hauptgeschäftsführer vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB). “Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Bauprojekte nur miteinander gelingen, nicht gegeneinander. Wir müssen wieder zu einem partnerschaftlichen Bauen kommen.” Dies schließe den Kompetenz- und Qualitätswettbewerb ebenso wie ein gemeinsames Planen und Bauen sowie eine außergerichtliche Streitkultur ein.

Dass die serielle und modulare Bauweise Lösungen für bezahlbaren Wohnraum und zeitgemäßes Bauen bieten, stellte bereits der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW mit seinen neun Konzepten für seriellen und modularen Wohnungsbau unter Beweis. “Wir appellieren an die Länder, die passenden Rahmenbedingungen für eine schnellere bundesweite Realisierung der innovativen Wohnungsbaukonzepte zu schaffen: Die von der Bauministerkonferenz bereits beschlossene Einführung einer Typengenehmigung muss nun auch in die Landesbauordnungen aufgenommen werden", fordert GdW-Präsident Axel Gedaschko.

“Viele gebaute Beispiele zeigen, dass serieller Wohnungsbau in qualitätsvoller Architektur realisiert werden kann”, bestätigt auch Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin Bundesarchitektenkammer (BAK). “Bauen findet Akzeptanz, wenn es gelingt den städtebaulichen und gestalterischen Bezug zum Standort herzustellen.” So müsse vor allem der Raum zwischen den Gebäuden in das gestalterische Gesamtkonzept mit eingebunden werden.