Mitarbeiterwohnungen - Bauwirtschaft begrüßt neuen Freibetrag

News , 04.06.2019 , Frank Kessler Mitarbeiterwohnungen - Bauwirtschaft begrüßt neuen Freibetrag
Foto: Roland Riethmüller

Die Bauwirtschaft spricht sich für den aktuellen Entwurf der Bundesregierung aus, wonach die verbilligte Vermietung von Mitarbeiterwohnungen erleichtert werden soll. Das wäre auch insgesamt ein wichtiger Beitrag zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Deutschland. Denn mIt einem neuen Freibetrag soll die nachträgliche Besteuerung der geldwerten Vorteile durch das verbilligte Wohnen aufgehoben werden. Damit könnte gleichzeitig ebenfalls einen positiven Beitrag zum Fachkräftemangel geleistet werden.

In vielen Regionen Deutschlands gibt es kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Darunter leidet auch die Bauwirtschaft, da der Zuzug von dringend benötigten Fachkräften gehemmt wird. Besonders dramatisch ist diese Situation in Großstädten, wo billige Wohnungen echte Mangelware geworden sind. Um den Standortnachteil zu reduzieren und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, bieten immer mehr Arbeitgeber neuen Mitarbeitern Mitarbeiterwohnungen an. Doch bisher gab es die Regelung, dass die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern nicht ohne weiteres verbilligten Wohnungen zur Verfügung stellen können. Der Grund dafür ist die nachträgliche Versteuerung des geldwerten Vorteils und das Abführen von Sozialabgaben. Das soll sich in Zukunft allerdings ändern. Es soll ein neuer Freibetrag eingeführt werden und die Vorteile des billigen Wohnens müssten dann nicht mehr nachträglich versteuert werden. Der Arbeitgeber muss dabei noch nicht einmal selbst Eigentümer der Wohnung sein. Es reicht aus, wenn er diese angemietet hat.

Der Bedarf an Wohnungen ist groß

Bezahlbare Werkswohnungen gab es in Deutschland schon Ende der siebziger Jahre. Rund 450.000 Wohnungen standen damals zur Verfügung. In den Metropolen ist heute der Bedarf an Wohnungen besonders groß. Die Wirtschaft ist jetzt gefragt, denn sie kann einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dass bezahlbare Wohnungen geschaffen werden. So wäre es zum Beispiel möglich, Grundstücke bereitzustellen, die nicht mehr benötigt werden. Die Situation beim Wohnungsmarkt kann sich nur dann entspannen, wenn genug Wohnungen bereitstehen. Eine steuerliche Entlastung würde ebenfalls dazu beitragen, dass die Unternehmen in den Wohnungsbau mehr investieren würden. Außerdem sollte nicht außer acht gelassen werden, dass durch bezahlbaren Wohnraum auch Personal gewonnen werden kann.

Neuer Wohnraum durch Mitarbeiterwohnungen

Der Vorschlag der Grünen zur Enteignung wird von der Bauwirtschaft abgelehnt. Dadurch würde kein neuer Wohnraum entstehen. Um eine Neubautätigkeit zu fördern, müsste mehr in den privaten Wohnungsbau investiert werden. Außerdem könne durch Mitarbeiterwohnungen auch neue Fachkräfte angeworben werden. Eine günstige Werkswohnung könne die Attraktivität des Unternehmens steigern, erklären der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), der Bundesverband Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), der Deutsche Mieterbund (DMB), die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB). So fordern die teilnehmenden Verbände des Verbändebündnis "Wirtschaft macht Wohnen" aus diesem Grund bessere Rahmenbedingungen. Die steuerliche Erleichterung für Werkswohnungen ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Damit wird nicht nur Wohnraum geschaffen, sondern auch das Thema Fachkräftemangel könnte damit vermindert werden. Würde der verbilligte Wohnraum für Mitarbeiter nicht mehr wie bisher versteuert werden, würde das zum Teil die Wohnungsnot entschärfen.