Erstmals Erneuerbare Energien als wichtigster Energieträger

News , 12.07.2019 , Frank Kessler Erstmals erneuerbare Energien als wichtigster Energieträger
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Die Bedeutung von Gas als Energieträger nimmt immer mehr ab. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden werden die im Jahr 2018 errichteten Neubauten zum Großteil mit Erneuerbare Energien beheizt, welche somit auf Platz eins rangieren. Gas als Energieträger wurde damit vom ersten Platz verdrängt. Beheizt wird vorwiegend mit Umweltthermieanlagen, die der Luft oder dem Wasser Wärme entziehen.

Das Statistische Bundesamt hat neue Zahlen veröffentlicht. Demnach wurden mehr als 66,6 Prozent der 107.000 im Jahr 2018 fertiggestellten Wohnungen mit Erneuerbaren Energien beheizt. Das sind fast 47,2 Prozent der neuen Wohnungen. Somit hat dieser Energieträger das Gas von Platz eins verdrängt. Gas wurde nur noch zu 43 Prozent als Energiequelle eingesetzt. Im Jahr 2017 lag dieser Anteil noch bei 47,4 Prozent. Auf Fernwärme, Strom und Öl entfielen nur noch 9,8 Prozent im Jahr 2018. Im Jahr 2017 betrug deren Anteil 9,3 Prozent.

Es wird auf Umweltthermieanlagen gesetzt

Rund 71,1 Prozent entfielen auf Umweltthermieanlagen. Sie entziehen der Luft oder dem Wasser die Wärme. Als sekundäre Energiequelle wurden Solarthermen und Holz eingesetzt. Die ökologisch sinnvollen Heizsysteme stellen besondere Anforderungen an die Bauqualität. "Damit die Bewohner in kalten und windigen Wintertagen nicht frösteln und die gewünschte Warmwassermenge zur Verfügung steht, muss die Anlage in Bezug auf die Heizleistung ausreichend dimensioniert sein”, erklärt Udo Schumacher-Ritz, Vorsitzender des Vereins zur Qualitäts-Controlle am Bau (VQC). “Denn im Gegenteil zur altherkömmlichen Heizung stellen Umweltthermie- und Geothermieanlagen nicht unendlich viel Energie zur Verfügung.” Planungs- und Verarbeitungsfehler haben deshalb große Auswirkungen. Die Folge davon sei, dass zu viel Luft nach außen entweichen könne und die Räume nicht genügend beheizt seien. Die ausführenden Handwerker müssen deshalb bei Rohr- und Leitungsdurchführungen besonders darauf achten, dass diese mit einem hochwertigen Material abgedichtet werden. Ein Schwachpunkt seien ebenfalls nicht fachgerecht eingebaute Fenster. Generell müsse laut VQC die entsprechend der Energieeinsparverordnung (EnEV) gesetzlich vorgeschriebene Luftdichtheit des Hauses passend zur gewählten Lüftungsart gewährleistet sein. Diese Luftdichtigkeit könne mit einem Test überprüft werden. Schon während der Bauphase überprüfen VQC-Sachverständige effektiv und zielgerichtet. Seit der Gründung des Vereins wurden bereits 20.000 Einfamilienhäuser überprüft. Diese Kontrollen minimieren die Fehler am Bau. Das sei eine gute Voraussetzung für Erneuerbare Energien.