Erste Ausbau-Manager im Stuckateurhandwerk

News , 17.06.2019 , Frank Kessler Erste Ausbau-Manager im Stuckateurhandwerk
Foto: Roland Riethmüller

Bei der Ausbildung zum Ausbau-Manager steht nicht nur die handwerkliche Praxis des Stuckateurhandwerks im Vordergrund, ferner wird darüber hinaus Managementwissen vermittelt. Das zukunftsweisende Ausbildungsmodell wurde vor vier Jahren vom Stuckateurhandwerk ins Leben gerufen und seitdem von der Knauf Akademie unterstützt. Abiturienten sollten vom Handwerk begeistert werden und neue Karrieremöglichkeiten erhalten. Nun haben die ersten acht Auszubildenden ihren Abschluss erlangt.

Die kombinierte Ausbildung zum Ausbau-Manager ist von Anfang an ein Erfolgsmodell, das als Pionierarbeit vom Stuckateurhandwerk begonnen hat. Es können somit auch im Handwerk Karrierechancen geboten werden, die es vorher nicht gab. Die neuartige Ausbildung wurde vom Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade für junge Schulabgänger mit Abitur oder Fach-Abitur konzipiert. Nun lohnt es sich auch für Abiturienten mit handwerklichem Geschick eine handwerkliche Ausbildung zu machen, die zukunftsorientiert ist. Die Ausbildung dauert sieben Semester (dreieinhalb Jahre) und vereint den betrieblichen, handwerklichen Alltag mit unternehmerischem Wissen. Nach Abschluss der Ausbildung kann der Meistertitel im Stuckateurhandwerk erlangt werden. Das einzigartige Ausbildungsmodell wird bundesweit angeboten.

Besondere Qualifizierungen im Handwerk

Die jungen Leute, die sich für eine Ausbildung zum Ausbau-Manager entscheiden, sollen zukünftig die betrieblichen Verantwortungen übernehmen und weitreichende Entscheidungen treffen können. Nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss des ersten Jahrgangs wurden die Absolventen aus Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg Ende Mai zu einer Fachexkursion in der Toskana auf das Knauf Weingut Campo alle Sughera bei Bolgheri eingeladen, um dort ihre Zertifikate zu erhalten. Die Knauf Akademie lud nicht nur die Absolventen ein, sondern auch deren Ausbilder und Chefs, sowie das Berufsschulzentrum Leonberg und das Kompetenzzentrum. Zuvor hatte Knauf-Vertriebsleiter Gerhard Wellert  ein Versprechen abgegeben, das er durch die Einladung in die Toskana einlöste. Die versprochene Einladung sollte als Motivationsspritze für den ersten Jahrgang gelten. Die geladenen Gäste wurden zum Thema Baukultur durch Florenz und Pisa geführt. Dr. Roland Falk berichtet, dass zudem die erfolgreichen Absolventen dem Plenum ihre Abschlussarbeiten präsentierten. Die Themen wurden mit den Fachunternehmen zuvor abgestimmt, damit auch die Ausbildungsbetriebe einen konkreten Nutzen aus den Abschlussarbeiten ziehen konnten.

Entwicklung von neuen Geschäftsfeldern in Kombination mit Nachhaltigkeit

Das vermittelte Managementwissen für den Ausbau-Manager ist breit gefächert: von Social-Media-Strategien, über die Erstellung von Betriebshandbüchern, bis hin zu einer Entwicklung des Unternehmensprofils und neuer Geschäftsfelder. Die fertigen Ausbau-Manager sind in der Lage, erforderliche Maßnahmen zu analysieren, die für die betriebliche Umsetzung notwendig sind. Nachhaltigkeit wird in Zukunft immer wichtiger. Im Steinbeis-Transferzentrum vermittelte in mehreren Workshops und Seminaren Prof. Hermann Hütter während der Ausbildung den Ausbau-Managern das notwendige und wichtige Managementwissen. Im Jahr 2019 beginnt der vierte Jahrgang der Ausbildung der Ausbau-Manager, die mit Stolz das Managementwissen mit dem Stuckateurberuf vereinen.