Erschreckend viele Aufzüge und Rolltreppen haben Mängel

News , 05.07.2019 , Frank Kessler Erschreckend viele Aufzüge und Rolltreppen haben Mängel
Foto: Karl-Heinz Laube / pixelio.de

Eine aktuelle Studie hat festgestellt, dass viele Rolltreppen und Aufzüge in keinem guten Zustand sind und ein sofortiges Handeln erforderlich machen. In einem Zeitraum von 2016 bis Ende 2018 wurden die Daten von rund 9.000 Anlagen ausgewertet. Doch mittlerweile ist es möglich, durch Predictive Maintenance - also: vorrausschauender Wartung - bereits vor einem Schaden eine Wartung durchzuführen.

Es gibt in Deutschland rund 775.000 Fahrstühle und Fahrtreppen. Diese bringen es auf rund 60 Milliarden Fahrten im Jahr. Doch eine aktuelle Studie der HUNDT CONSULT GmbH hat gezeigt, dass sich viele dieser Fahrstühle und Rolltreppen in einem sehr schlechten Zustand befinden und dringend gewartet werden müssten. Denn die Studie zeigt auch, dass nur in einem Viertel der Anlagen tatsächlich eine Wartung erfolgt ist. Hinzu kommt, dass die Wartung bei drei von zehn Anlagen mangelhaft war. Das kann schnell zu schwerwiegenden Sicherheitsmängeln und Störungen führen.

Relevante Mängel und kritische Betriebssicherheit

Bei jeder Anlage stellten die Prüfer im Schnitt 0,6 relevante Mängel fest. Rund 80 Prozent der Mängel waren als bedenklich oder kritisch einzustufen. Dabei kann der Zustand der Anlagen in Zukunft durch Predictive Maintenance - also: vorausschauender Wartung - auch im Vorfeld und aus der Ferne analysiert werden. So melden Sensoren bereits vor dem Auftreten von Mängeln, dass eine Wartung erfolgen muss. Diesen Trend hat die Aufzugsbranche bereits erkannt. Dazu wurden ausschließlich Unternehmen aus der Immobilienbranche befragt. Knapp die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass bereits im Jahr 2024 die vorausschauende Wartung einen großen Stellenwert einnehmen werde. Zwei Drittel gehen bei einer Zehn-Jahres-Vorschau davon aus, dass Predictive Maintenance diese Sparte sehr stark verändern wird.

Vorausschauende Wartung in der Praxis

Ein Beispiel für Predictive Maintenance ist der LIFT GUARDIAN der LIFT TECHNOLOGY GmbH, einem Tochterunternehmen der HUNDT CONSULT. Es handelt sich dabei um eine kleine Box, die in die Aufzüge und Rolltreppen installiert wird und über das Internet den Zustand der Anlagen an die Betreiber übermittelt. Das Gerät ist unabhängig vom Hersteller einsetzbar. Auf diese Weise hat man die Aufzugsanlagen immer im Blick. "Wir können Störungen vorhersagen und gegebenenfalls Wartungsintervalle anpassen", erklärt Tim Gunold, Geschäftsführer von HUNDT CONSULT . "Das sorgt für eine höhere Sicherheit und geringere Kosten." So könnte in Zukunft eine mangelhafte Wartung und die damit verbundenen Störungen ausgeschlossen werden.