Enttäuschung über Rückgang von Baugenehmigungen

News , 22.10.2019 , Frank Kessler Enttäuschung über Rückgang von Baugenehmigungen
Foto: Roland Riethmüller

Die Baugenehmigungen der ersten acht Monate sind um 1,5 Prozent zurückgegangen. Es wird sogar damit gerechnet, dass sich der Rückgang in den kommenden Monaten weiter fortsetzen wird. Das ist jedoch ein denkbar schlechtes Zeichen für Investoren, die sich um so mehr vom Wohnungsbau zurückziehen werden. Auf Lösungsvorschläge müsse deshalb dringend eingegangen werden, um die Wohnungsnot zu lindern.

"Wir sind von der Bilanz der ersten acht Monate dieses Jahres ziemlich enttäuscht”, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB), Dieter Babiel, nach der Veröffentlichung der Baugenehmigungszahlen durch das Statistische Bundesamt. Vor allem der Rückgang im Mehrfamilienhausbau sollte im Bezug auf die ungebremste Wohnungsknappheit in den Großstädten eine Warnung für die Politik darstellen. Babiel warnt, dass anhaltende Diskussionen über Enteignung und Mietendeckel den Rückgang der Baugenehmigungen weiter fördern könne. “Denn damit kurbelt man den Wohnungsbau nicht an. Hiermit erreicht man nur, dass sich Investoren zurückziehen."

Es sind weniger Neubauwohnungen gebaut worden, als benötigt werden

In den ersten acht Monaten wurden 116.000 Neubauwohnungen genehmigt, Das sind 3,5 Prozent oder auch in absoluten Zahlen 4.200 Wohnungen weniger als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt sind 228.500 Wohnungen neu gebaut oder umgebaut worden. Das ist wiederum ein Rückgang von 5.900 Wohnungen, was 2,5 Prozent entspricht. Babiel fordert deshalb die Regierung auf, die vorgeschlagenen Lösungen auch umzusetzen. Es müsse mehr Bauland ausgewiesen werden. Auch sollte eine innerstädtische Aufstockung von Gebäuden möglich gemacht werden. Das würde dazu führen, dass bezahlbarer Wohnraum entstehen würde. Weiterhin ergänzt Babiel, dass der Wohnungsbau effizienter und schneller gestaltet werden müsse. Der Verband setzt deshalb auf einen Durchbruch beim seriellen und modularen Wohnungsbau. Der serielle Wohnungsbau kann nicht nur die Planungszeit deutlich verkürzen, sondern auch die Kosten senken und die Bauverwaltungen entlasten.

Mangelndes Bauland und zu lange Genehmigungsverfahren belasten die Bauindustrie

Die Entwicklung der Baugenehmigungen ist für Wohnungssuchende ein schlechtes Zeichen. Auch Bauwillige sind enttäuscht über diese Zahlen. Die Lücke zwischen dem Bedarf und dem Angebot wird somit immer größer. Zu den Hauptgründen für den Rückgang der Baugenehmigungen zählt vor allem der Mangel an Bauland. Außerdem würden auch die Genehmigungsverfahren der Behörden viel zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Auf diese Weise kann die Wohnungsnot nicht bekämpft werden.