Digitalisierung der Bauwirtschaft: Wie weit ist die Branche?

News , 11.06.2019 , Frank Kessler Digitalisierung der Bauwirtschaft: Wie weit ist die Branche
Foto: Roland Riethmüller

Das Thema Digitalisierung gehört längst zu den Top-Themen am Bau. Etwa 82 Prozent der im Rahmen einer aktuellen Studie Befragten bescheinigte der Digitalisierung einen hohen Stellenwert. Bei der Umsetzung der verschiedenen Digitalisierungsmaßnahmen ist die Branche aber unterschiedlich weit. Die Multichannel-Kommunikation mit Kunden wurde bereits relativ oft umgesetzt. Bei der von vielen als nötig erachteten Entwicklung von Produkt-Konfiguratoren ist die Umsetzung dagegen weniger weit fortgeschritten.

Insgesamt gab mit 49 Prozent fast jeder zweite Befragte in der Studie an, bereits mit einer Multichannel-Kommunikation zu arbeiten. Gemeint ist die Kommunikation mit Kunden über verschiedene Kanäle, zu denen zum Beispiel Social-Media-Plattformen gehören können. 16 Prozent der Befragten entwickeln derzeit eine Multichannel-Kommunikation und bei 21 Prozent sind entsprechende Aktivitäten in der Planung.

Nur 13 Prozent der Befragten gaben an, dass derzeit keine Aktivitäten geplant seien. Neben der Multichannel-Kommunikation ist der elektronische Austausch von Artikelinformationen für viele Akteure entscheidend. Fast fünfzig Prozent der Unternehmen haben in diesem Bereichen Maßnahmen ergriffen und im Markt eingesetzt.

Produkt-Konfiguratoren sind weniger verbreitet

Die Digitalisierung des Angebots- und Auftragswesens ist eine weitere Aufgabe, die bei vielen Beteiligten der Baubranche aktuell weit oben auf der Agenda steht. Ebenfalls als wichtig erachtet wird die Entwicklung von Produkt-Konfiguratoren, die aber bisher noch nicht so häufig eingesetzt werden. Lediglich etwa ein Drittel aller Befragten gaben an, dass sie bereits Produkt-Konfiguratoren anbieten. Konzipiert wurden sie insbesondere für Installateure und Verarbeiter.

Für Architekten und Planer bei der Digitalisierung besonders wichtig: BIM

Building Information Modelling (BIM) mit einer geometrischen und virtuellen Visualisierung von Bauwerken ist speziell bei Planern und Architekten besonders wichtig. In dieser Gruppe ist es sogar das mit Abstand wichtigste Projekt der Digitalisierung. Insgesamt arbeiten bisher aber nur 21 Prozent der Firmen mit BIM. Nahezu ein Viertel möchte BIM-Projekte demnächst zum Download anbieten. Über ein Drittel derjenigen, die es tun, nutzen dafür die Plattform bimobject, fast 18 Prozent verwenden die Heinze BIM-Lösung.

Insgesamt nahmen 461 Personen an der Befragung teil

Die präsentierten Ergebnisse stammen aus der regelmäßig durchgeführten Online-Befragung der Heinze Marktforschung zum Baukonjunktur-Klima. Befragt werden führende Köpfe der deutschen Industrie für Bauprodukte, Ausstattungen und Einrichtungen. In der jüngsten Befragung aus dem März 2019 lag einer der Schwerpunkte auf dem Thema Digitalisierung. Insgesamt nahmen 461 Leute an der Onlinebefragung teil. 75 der Befragten stammten aus dem Bereich "Fassade". Stark beteiligt war zudem das Segment Bauelemente mit 61 Personen aus dem Bereich "Fenster" und 53 Personen aus dem Bereich "Türen".