Asbest am Bau - noch immer großes Risiko

News , 11.11.2019 , Frank Kessler Deutschland hat noch immer ein Asbest Problem
Foto: Roland Riethmüller

Auch Jahre nachdem die Gefahr gekannt wurde, hat Deutschland noch immer nicht sein Asbest Problem gelöst. In 75 Prozent der Gebäude in Deutschland könnte der gefährliche Stoff noch vorhanden sein, das schätzt der TÜV Nord. Für Bauherren, die Baumaßnahmen an einem asbestverseuchten Gebäude planen, sehen sich deshalb großen Schwierigkeiten gegenüber. Vorher muss eine Gefährdungsanalyse durchgeführt werden.

In nächster Zeit werden über eine Million Brandschutzklappen zur Prüfung fällig, die den Gefahrstoff Asbest enthalten. Lange Zeit waren diese Prüfungen mit einem großen Risiko verbunden. Dank eines neuen Verfahrens ist der TÜV Nord jetzt in der Lage, die Gebäudebetreiber bei ihren Prüfungspflichten zu unterstützen. Das ist frei von Risiko und kosteneffizient. Nach deutschem Recht gelten Bauprodukte dann als Gefahrstoff, wenn ein Asbestanteil von 0,1 Prozent darin enthalten ist. Thomas Schliwka, Leiter des Labors für Bauwerksuntersuchungen von TÜV NORD, warnt: "Gesetzlich sind die Betreiber verpflichtet, Brandschutzklappen regelmäßig zu warten, beziehungsweise Asbestschutzbedingungen bei Baumaßnahmen zu erfüllen."

Dank neue Prüfverfahren gibt es schnelle Ergebnisse

Neue Prüfungsprozesse für Spachtelmasse und Putze machen es möglich, asbestverseuchte Gebäude besser zu erkennen. Der TÜV Nord bildet dafür extra Experten aus. Diese sind geschult, Stichproben aus der Gesamtfläche zu entnehmen und diese auf den Gefahrstoff zu beurteilen. Bisher war das nicht möglich. "Durch den neuen Prüfprozess lässt sich einfach und schnell bestimmen, ob Asbest verbaut wurde und somit bei Baumaßnahmen Schutzvorkehrungen erforderlich sind", erklärt Schliwka. Bisher sind so manche Prüforganisationen vor den Tests zurückgeschreckt. TÜV Nord ist bisher der einzige Dienstleister, der prüft und nachweisen kann, dass kein Asbestaustritt stattfindet. Dieses neue Verfahren wurde bereits im vergangenen Jahr entwickelt. Brandschutzklappen dürfen nur dann auslösen, wenn eine Gefährdungslage durch Asbest ausgeschlossen ist. Für Tests müssen diese aber regelmäßig ausgelöst werden. Sollte ein Test mangels Gefährdungsbeurteilung ausbleibt, dann besteht ein Mangel. Der Safety Advisor kann im Vorfeld die Gefährdung beurteilen und feststellen, ob das Material asbestfrei ist. Auf diese Weise können die Gebäudebetreiber auf den vorsorglichen Austausch der Brandschutzklappen verzichten. Im Einzelfall bedeutet das bisher einen sehr hohen Arbeitsaufwand. Betroffen davon sind viele öffentlichen Gebäude wie Krankenhäuser, Schulen und Einkaufszentren. TÜV Nord legt einen besonderen Wert darauf, das Asbestproblem zu beseitigen.